Alt-Veyata - Schriftsystem
Schrifttradition
- Alt-Veyata nutzt dieselbe Grundschrifttradition wie die späteren veyatischen Sprachen und lässt sich in derselben lateinischen Arbeitsumschrift dokumentieren.
- Die Orthographie ist weniger archaisch als im Ur-Veyatischen, aber noch nicht so starr normiert wie im späteren Veyrathi.
- Rats- und Handelsschreiber bevorzugen sichtbare Stammgrenzen; Alltagstexte nivellieren häufiger.
Grundprinzipien
- Wurzeln sollen lesbar bleiben, auch wenn Funktionswörter bereits gekürzt werden.
- Alte Langformen und jüngere Kurzformen können nebeneinander erscheinen, vor allem bei Pronomina und in ritualisierten Formeln.
- Präfixe dürfen getrennt oder zusammengeschrieben werden:
ret tala/rettalasyn zora/synzoravae kova/vaekova- Genitiv- und Possessivklitika werden in der wissenschaftlichen Umschrift mit
=markiert.
Graphemkonventionen
| Schreibweise | Lautwert | Hinweis |
|---|---|---|
a e i o u | Grundvokale | keine phonemische Länge |
y | /j/ | Gleitlaut in Erbwörtern wie veyra, zeya, ya |
ey | /ey/ bzw. /ej/ | familientypischer Erbdiphthong |
ai | /ai/ | produktiver Diphthong |
au | /au/ | vor allem in älteren und distalen Formen |
sh | /sh/ | stimmloser postalveolarer Reibelaut |
zh | /zh/ | stimmhafter postalveolarer Reibelaut |
th | /th/ | dentaler Reibelaut |
kh | /x/ oder raues /kh/ | konservativer Rest aus älteren Lagen |
= | klitische Fuge | nur in linguistischer Umschrift, nicht zwingend in Alltagskopien |
Wortbild und Trennung
- Typische Silbenform:
(C)(C)V(C). - Gegenüber Ur-Veyatisch sind die Wortränder bereits leichter, gegenüber Veyrathi aber noch dichter.
- Satzpartikeln bleiben selbstständig:
no,sai,hana,kei,ra,ka. - Determiner und freie Konnektoren werden getrennt geschrieben:
ara thalordun se talanu no veyra
Schreibstil nach Register
- Konservative Rede beharrt eher auf Vollformen wie
nau,nela,nora,seya. - Koine- und Verwaltungstexte bevorzugen die kürzeren Formen
nu,nel,nor,se. - Rechts- und Vertragssprache bewahrt häufig die offene Vollform bei Nomina:
kevaraveyrathanavatha- Im späteren Veyrathi werden viele dieser Vollformen gekürzt; im Veytharischen werden sie häufig dichter und schroffer.
Betonungsnahe Schreibgewohnheiten
- Konservative Schreiber orientieren die Schreibung stärker an der Wurzel.
- Koine-Texte spiegeln bereits den späteren Zug zur offenen Endsilbe.
- Unbetonte Nebenvokale werden noch nicht so konsequent reduziert wie im Veytharischen.
Unterschied zu Ur-Veyatisch und Veyrathi
- Im Vergleich zum Ur-Veyatischen ist Alt-Veyata orthographisch weniger schwer und weniger von archaischen Vollformen geprägt.
- Im Vergleich zu Veyrathi lässt Alt-Veyata mehr graphische Freiheit zu und zeigt die Zwischenschicht offener Vollformen wie
ara,ora,veyratha. - Dadurch wirkt die Schrift wie eine Übergangsstufe: schon lesbarer und geregelter, aber noch nicht modern-standardisiert.