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Alt-Veyata - Entwicklung zu Veyrathi und Veytharisch

Alt-Veyata ist die letzte gemeinsame Hauptstufe, bevor sich die späteren östlichen und westlichen Standards klar trennen. Die beiden Tochtersprachen gehen ni...

Alt-Veyata - Entwicklung zu Veyrathi und Veytharisch

Grundidee

Alt-Veyata ist die letzte gemeinsame Hauptstufe, bevor sich die späteren östlichen und westlichen Standards klar trennen. Die beiden Tochtersprachen gehen nicht direkt aus dem Ur-Veyatischen hervor, sondern aus späten Alt-Veyata-Dialektketten, die verschiedene Tendenzen verallgemeinern:

  • Veyrathi glattet, kürzt Funktionswörter und zieht den Satz zu transparentem SVO.
  • Veytharisch verdichtet, baut wieder stärkere Verbklammern auf und konserviert mehr alte Kanten oder ersetzt verlorene Kategorien durch neue Hilfskonstruktionen.

Regelmässige Laut- und Formentsprechungen

Alt-VeyataVeyrathiVeytharischTypischer Effekt
araaraebestimmter Artikel spaltet sich in kurze Ost- und enge Westform
oraorourDistalform wird in zwei Richtungen reduziert
eyeyeiErbdiphthong bleibt östlich, zieht westlich nach vorn
Verb auf -aGrundform auf -aInfinitiv auf -en, finiter StammWesten baut ein neues Lexikon-/Flexionsmuster auf
Vergangenheit -na-nmeist -ed/-tOsten kürzt, Westen modelliert neu
-atha-ath-ethAbstraktsuffix differenziert sich in beide Richtungen
belebter Plural -iri-ir-eialter Sozialplural bleibt erkennbar, aber lautlich verschieden
kollektiver Plural -na-n-enöstliche Glattung vs. westliche geschlossene Endung
=ren'renFunktion meist über na aufgefangenBesitz driftet deutlich auseinander
kakahaFragepartikel wird westlich weiter reduziert

Grammatische Drift

Alt-VeyataVeyrathiVeytharisch
gemischtes SOV/SVOSVO wird StandardV2 im Hauptsatz, verbspatere Nebensätze
präsentisch oft kopulalospräsentisch weiterhin oft kopulalosKopula is wird Standard
sai + Verbsa + Verblai + Infinitiv
hana + Vergangenheitsformhan + Vergangenheitsformhei + Partizip
Verb + raverschmilzt zu -raZukunft wieder mit Auxiliar sha
Oblique -iweitgehend verlorenFunktionen über Oblique-Pronomen und Adpositionen verteilt

Kognatenpfade

BedeutungAlt-VeyataVeyrathiVeytharisch
sprechenveyraveyraveiren
sehenseyraseyraseiren
gehentalatalatalen
gebennavanavanaven
Redeveyrathaveyrathveireth
Ratthalorthalorthal
Vertragkevarakevarkevar
starkdrazdrazdraes
neuzeyazeyazei
bestimmt/naharaarae

Pronominale Entwicklung

  • Alt-Veyata hält Kurz- und Vollformen nebeneinander.
  • Veyrathi normiert die kürzeren Formen als Alltagssystem und baut daraus klarere Standardparadigmen.
  • Veytharisch vergrössert dagegen den Abstand zwischen Direkt-, Oblique- und Possessivformen:
  • nu -> nai / naim / nain
  • se -> sae / saem / saen
  • Die neutrale Form se bleibt also in beiden Linien erkennbar, aber ihre Morphologie driftet stark.

Strukturwirkung

  • Veyrathi wirkt von Alt-Veyata aus gesehen wie die geglättete, offenere und klarer segmentierte Fortsetzung.
  • Veytharisch wirkt wie die dichtere, regionalere und morphologisch neu verspannte Fortsetzung.
  • Beide lösen also dieselben Alt-Veyata-Spannungen unterschiedlich:
  • Ost: Reduktion und Standardisierung
  • West: Verdichtung und Reorganisation

Gesamtfazit

Alt-Veyata ist die Stelle, an der die Spätfamilie noch als gemeinsames System lesbar bleibt. Erst von hier aus werden die späteren Unterschiede wirklich systematisch:

  • SOV/SVO wird zu SVO oder V2
  • ra wird zu Suffix oder wieder zu Auxiliarfeld ersetzt
  • =ren wird zu Possessivmarker oder weicht einer na-Strategie
  • offene Vollformen werden zu glatten Ostformen oder dichten Westformen

In diesem Abschnitt

Alt-Veyata - Übersicht