Veyrathi - Phonologie
Kurzprofil
- Kernvokale:
a e i o u - Keine phonemische Längenunterscheidung
- Stabile geerbte Folge
ey;aiundaetreten vor allem in Partikeln, Adverbien oder an morphologischen Fugen auf - Silbenstruktur im Kern:
(C)V(C) - Wortrhythmus: meist zwei Silben, Betonung in der Regel auf der vorletzten Silbe
- Klangcharakter: vokalreich, melodisch, regelmässig, lernfreundlich
Phoneminventar mit IPA
Der aktuelle Standard arbeitet mit 5 Vokalphonemen und 21 Konsonantphonemen.
Arbeitsdefinition:
- Mit Kernlauten sind in diesem Dokument dieselben phonemischen Slots gemeint; Allophone werden nicht mitgezählt.
Vokale
| Schreibweise | IPA | Funktion | Beispiele |
|---|---|---|---|
a | /a/ | offener ungerundeter Vokal | ar, tala, thalor |
e | /e/ | halbgeschlossener Vorderzungenvokal | se, kela, vel |
i | /i/ | geschlossener Vorderzungenvokal | is, kira, silen |
o | /o/ | halbgeschlossener Hinterzungenvokal | or, sova, jorath |
u | /u/ | geschlossener Hinterzungenvokal | nu, suna, lurin |
Hinweis:
- Die häufigen Folgen
ey,aiundaesind im aktuellen Arbeitsstand keine zusätzlichen Einzelphoneme, sondern stabile Vokal- bzw. Vokal-Gleit-Sequenzen.
Konsonanten
| Schreibweise | IPA | Funktion | Beispiele |
|---|---|---|---|
p | /p/ | stimmloser bilabialer Verschlusslaut | pethan, pala |
b | /b/ | stimmhafter bilabialer Verschlusslaut | bava, bena |
t | /t/ | stimmloser alveolarer Verschlusslaut | tala, tura |
d | /d/ | stimmhafter alveolarer Verschlusslaut | dira, daren |
k | /k/ | stimmloser velarer Verschlusslaut | kera, kavar |
g | /g/ | stimmhafter velarer Verschlusslaut | gava, garen |
m | /m/ | bilabialer Nasal | mela, moran |
n | /n/ | alveolarer Nasal | nava, nari |
f | /f/ | stimmloser labialer Reibelaut | fera, fira |
v | /v/ | stimmhafter labialer Reibelaut | veyra, vara |
s | /s/ | stimmloser alveolarer Reibelaut | sova, sarin |
z | /z/ | stimmhafter alveolarer Reibelaut | zora, zeya |
sh | /ʃ/ | stimmloser postalveolarer Reibelaut wie sch in Schule | sherra, shyul |
zh | /ʒ/ | stimmhafter postalveolarer Reibelaut wie franz. j in jour oder s in vision | zhai, zhamen |
th | /θ/ | stimmloser dentaler Reibelaut wie engl. th in think | thalor, thavar |
h | /h/ | glottaler Hauchlaut | hena, han |
l | /l/ | lateraler alveolarer Approximant | lora, lurin |
r | /ɾ/ | alveolarer Tap als Standard-r | rava, sarin |
w | /w/ | labiovelarer Approximant | wera, wevar |
y | /j/ | palataler Approximant; wortinitial und nach Vokalen als eigenes [j], nach Konsonanten meist als Palatalisierung des vorigen Lauts | yava, yema, vayen, veyra |
j | /d͡ʒ/ | stimmhafte postalveolare Affrikate wie englisches j in judge | jana, jema, jora |
Hinweise:
sh,zhundthsind trotz Digraphenschreibung jeweils ein einzelnes Phonem.- Die Digraphen
sh,zhundthsind nur lateinische Umschrift; in der geplanten nativen Schrift entsprechen sie Einzelzeichen. s/zbilden die alveolare Reihe,sh/zhdie postalveolare Reihe,thbleibt ein eigener dentaler Reibelautslot.- Das Standard-
tist eher alveolar, kann aber in dichten dentalen Umgebungen leicht dentalisiert werden. thist im Standard ein vollwertiges Phonem/θ/und nicht nur ein abweichendest.- Die ältere Arbeitszählung mit 25 Kernphonemen ist für den heutigen Wortschatz zu knapp. Praktisch arbeitet der aktuelle Stand mit 5 Vokalkernen und 21 Konsonantslots, also mit 26 Kernlauten.
- Die Trennung
y = /j/undj = /d͡ʒ/ist damit für den aktuellen Standard festgelegt. - Orthographisches
ybleibt phonemisch/j/; wortinitial und nach Vokalen wird es regulär als[j]gehört, nach Konsonanten meist als Palatalisierung des vorangehenden Konsonanten. rhat im Standard den Wert/ɾ/; regionale oder feierlichere Varianten mit leichtem[r]sind möglich, gelten aber nicht als Default.
y-Palatalisierung
- In der Standard- und Lehrsprache wird
ynach einem Konsonanten nicht als eigener Gleitlaut ausgeführt, sondern palatalisiert den vorhergehenden Laut. - Die Kernregel lautet für Anlaute:
Cj -> Cʲ; dasjbleibt phonemisch vorhanden, zählt phonetisch aber nicht als eigenes Segment. - Bei den Sibilanten ist die Palatalisierung deutlicher hörbar:
/sj/ -> [ɕ],/zj/ -> [ʑ]. - Bei Plosiven und Sonoranten bleibt die Palatalisierung sekundarisch:
/tj/ -> [tʲ],/dj/ -> [dʲ],/nj/ -> [nʲ],/lj/ -> [lʲ],/kj/ -> [kʲ],/gj/ -> [gʲ]; analog können auch/mj/und/rj/als[mʲ]bzw.[ɾʲ]erscheinen. - Nach einem palatalisierten Konsonanten kann ein kurzes Anschleifen
[j̆]auftreten; es wird aber nicht als eigener Laut gezählt. - Wortinitial bleibt
ynormal[j], weil kein vorangehender Konsonant zur Palatalisierung vorhanden ist:yava[java]. - Im heutigen Lexikon ist die Regel besonders sichtbar in Formen wie
zyran[ʑɾan],myra[mʲɾa],kylar[kʲlaɾ]undoryn[oɾʲn].
Vokalverhalten und Sequenzen
eyist die stabilste geerbte Vokal-Gleit-Sequenz und wird im Standard als[ej]realisiert; sie trägt zentrale Wörter wieveyra,seyraundveyrath.- In schneller Umgangsrede ist begrenzte Monophthongierung zu
[eː]möglich, vor allem in häufigen Wörtern; sie gilt aber nicht als Lehr- oder Standardsprache. aiist im heutigen Standard sichtbar, aber randständiger; es häuft sich vor allem in Adverbien und Diskurspartikeln wiesenai,varai,zhai.aeist im Kernwortschatz nicht frei produktiv, sondern meist morphologisch motiviert, etwa invaekovaodervaekeva.- Nach Vokalen bleibt
ysegmental und wird normal als[j]gehört;zeya,vayenundveyraenthalten also keinen palatalisierten Konsonanten. - Reine Vokalhäufungen werden möglichst vermieden; an deutlichen Morphem- oder Bündelgrenzen kann ein Hiatuszeichen oder Glottaltrenner erscheinen.
- Solche Markierungen sind orthographische oder prosodische Trennhilfen, keine epenthetisch eingefügten Segmente.
Phonotaktik
- Bevorzugte Silbenformen:
CV,CVC,V,VC - Bevorzugte Wortformen:
CV.CV,CVC.CV,CV.CVC,CVC.CVC - Schwere Anfangscluster und dichte Mehrfachkodä sind untypisch.
- Schreibungen mit
Cyim Anlaut wirken orthographisch clusterreicher, werden standardsprachlich aber als palatalisierte Onsets geglättet;myra,kylarundzyranerscheinen daher nicht als harte Folgen[mj],[kj],[zj]. - Morphologische Fügungen dürfen kurzfristig dichtere Kontakte erzeugen (
uthtala,thurseyra,vaekova), werden aber über klare Silbengrenzen und partielle Assimilation geglättet, nicht über Epenthese. uthtalawird im Standard alsuth.ta.lagesprochen; in Alltagssprache vereinfacht sich die Folge oft weiter zu[ut̪.ta.la]oder[ut.ta.la].thurseyrableibt regulärthur.sey.ra; Fugen mitaebleiben vokalisch transparent statt durch einen neuen Konsonanten aufgelöst zu werden.- Wortenden bleiben leicht; typische Endränder sind einzelne Sonoranten oder Frikative, nicht mehrere harte Konsonanten in Serie.
Prosodie
- Standardakzent: vorletzte Silbe
- Keine systematische Schwa-Reduktion im Standard
- Nichtverbale Prädikate bleiben prosodisch kompakt; markierte Prädikation mit
feraträgt einen eigenen Verbaltakt. - Kontrastfokus wird eher über Stellung und Satzakzent als über neue Lautformen markiert.
- Mit expliziter Akzentmarkierung ergibt
Nu batela ar zyran-telor.die Lehrform[nu baˈte.la aɾ ˈʑɾanˌte.loɾ]; in breiter Transkription reicht[nu batela aɾ ʑɾan-teloɾ].
Phonetische Randphänomene
- Der Glottalstopp
'ist kein reguläres Kernphonem, sondern vor allem ein Hiatus- oder Trennsignal, besonders in Zahlwörtern und an klaren Bündelgrenzen (kyu'u, optionalve'yu). thbleibt in der Standardsprache klar als Phonem/θ/definiert.
| Register | Defaultrealisierung von th |
|---|---|
| Standard / Lehrsprache | [θ] in allen Positionen |
| Alltagssprache | nach Sonoranten wie r, l, n oft [t̪], sonst meist [θ] |
| Schnellrede | wortintern optional [t], besonders nach Sonoranten oder in dichten Kontakten; wortinitial bleibt meist [θ] |
- Dadurch klingt
Veyrathiim Alltag oft eher wieVeyratioder in stärkerer Reduktion wieVeyrti, bleibt orthographisch aberVeyrathi. - Das Lexikon wird so gepflegt, dass echte Minimalpaare
/t/vs./θ/selten bleiben; in formeller Rede wird[θ]genutzt, um mögliche Neutralisierungen zu vermeiden. - Das Standard-
r[ɾ]kann vor Dentalen an Wortgrenzen leicht abgeschwächt werden; eine regional leicht gerollte Variante[r]bleibt daneben möglich. - Doppelvokale oder harte Vokalgrenzen werden eher orthographisch sichtbar gemacht als durch Ausbau eines eigenen Längensystems.
Folgerungen für die Schrift
- Die geplante Blockschrift bleibt strikt phonemisch: ein Phonem = ein Zeichen.
ybekommt ein eigenes, visuell leichteres Zeichen in der Gleitlautfamilie.jbekommt ein eigenes, komplexeres Zeichen in einer Affrikatenfamilie.shundzhbleiben Geschwisterzeichen mit derselben Basisform; Stimmhaftigkeit wird graphisch markiert.thbekommt eine eigene dental definierte Basisform und wird nicht als Ligatur aust + hbehandelt.- Die alltagssprachliche Realisierung
[t̪]oder[t]beithändert an diesem phonemischen Schriftprinzip nichts.
Arbeitsurteil
- Das Kernprofil von Veyrathi bleibt offen, weich und stark regularisiert.
- Gegenüber älteren Stufen sind schwere Ränder weiter geglättet, der Erbdiphthong
eybleibt aber zentral. - Für neue Lexeme gilt weiterhin: lieber klare
(C)V(C)-Bausteine und transparente Wortfamilien als clusterreiche oder sichtbar irdische Fremdformen.