Saithanisch - Übersicht
Zweck: Alte Hoch-, Gelehrten- und Archivsprache der Enari; historisch prestigeträchtig, kultisch verwendbar und genealogisch nicht Teil der veyatischen Sprachfamilie.
Status und Rolle
- Eigenbezeichnung der Sprache:
Saithan - Sprachtyp: klassische Schrift-, Lehr- und Ritualsprache
- Historische Zentren: Universitäten, Registerhäuser, Observatorien, Rechtskanzleien
- Gegenwart: nicht mehr als Alltagssprache gesprochen, aber weiterhin gelehrt, zitiert und formal verwendet
- Sozialer Eindruck: streng, gravitätisch, systematisch, institutionell
Gesamtprofil
| Bereich | Profil |
|---|---|
| Genealogie | isolierte Gelehrtensprache mit eigener Tradition; kein Tochterzweig des Ur-Veyatischen |
| Klang | dicht, schwer, konsonantenreich, viele geschlossene Silben und markante Diphthonge |
| Morphologie | suffixierend mit alter Flexionsschicht; stark nominalisierend |
| Register | philosophisch, juristisch, naturkundlich, ritualisiert |
| Schriftkultur | auf Dauertexte, Glossare, Kodizes und Kommentartraditionen ausgerichtet |
| Prestige | hoch; formelle Bildung und Archivrang werden oft über saithanische Terminologie markiert |
Historische Funktion
- Sprache alter Lehrhäuser, Gelehrtenorden und Zentralarchive.
- Hauptsprache früher Systematik, Klassifikation und naturkundlicher Beschreibung.
- Tragersprache philosophischer Grundtexte, Rechtskodizes und Ritualformeln.
- Standard für Definitionen, Terminlisten, Kommentarketten und institutionelle Namengebung.
Kulturelle Prägung
- Saithanisch bevorzugt Begriffe für Ordnung, Ketten, Ableitung, Register und gültige Verfahren.
- Titel und Rollen sind standardmässig geschlechtsneutral; biologisches Geschlecht wird nur lexikalisch genannt, wenn es sachlich relevant ist.
- Die Sprache spiegelt die enarische Tendenz zur Systematisierung wider: Prozesse werden lieber definiert, klassifiziert und archiviert als personalisiert.
- Lexikalisch auffällig sind Felder wie
Wissen,Mass,Definition,Kodex,Verfahrensordnung,InstitutionundNachweis.
Typische Einsatzbereiche
- klassische Philosophie und Kommentartradition
- Rechtsformeln, Kodizes und Auslegungslehre
- Archivwesen, Registersprache und Katalogsysteme
- Naturbeobachtung, Messwesen und taxonomische Begriffsbildung
- ritualisierte Lehrsprache, Eide und Weiheformeln
Modulstand im Ordner
00_Uebersicht.md= historische Rolle und Gesamtprofil01_Phonologie.md= Lautsystem und Phonotaktik02_Morphologie.md= Flexion, Derivation und Komposition03_Lexikon.md= kompakter Kernwortschatz04_Beispiele.md= Grundsätze und Lehrstil05_Wurzelregister.md= produktive wissenschaftliche Wurzeln06_Fachserien.md= konkrete Terminreihen für Physik, Chemie und Biologie07_Wissenschaftliche_Beispiele.md= Formelsprache, Lehrsätze und Fachprosa08_Enu_Terminbank.md= priorisierte Fachbegriffe für enu-biologische Texte09_Enu_Fachtermini.md= konkrete saithanische A-Priorität-Termine für Enu-Biologie10_Enu_Klassische_Terminologie.md= Ersatz klassischer lateinisierter Enu-Terminologie durch saithanische Fachformen11_Astronomie_und_Astrophysik.md= Hochregisterterme für Beobachtung, Orbitalmechanik, Planetologie und astroklimatische Analyse12_Botanische_Taxonomie_und_Pflanzensystematik.md= saithanische Pflanzentaxonomie für Naar mit botanischen Klassen, Ordnungen und Registerlogik
Verhältnis zu den veyatischen Sprachen
- Saithanisch ist keine Vorstufe von Ur-Veyatisch, Alt-Veyata, Veyrathi oder Veytharisch.
- Kontakt bestand vor allem über Bildung, Verwaltung, Recht und Wissenschaft.
- Veyrathi übernimmt saithanische Fachwörter meist in geglätteter, offenerer Form.
- Veytharisch behält bei Lehnwörtern eher Cluster, Diphthonge und Finalkonsonanten.
- Besonders geeignet ist Saithanisch als Quelle für Fachnomen, Titel, Disziplinnamen und institutionelle Komposita.
- Genau in dieser Funktion eignet es sich auch für Observatorien, planetologische Archive und orbitalmechanische Lehrtexte.
Typische Lehnwortpfade
Die folgenden Formen sind mögliche spätere Fachlehnungen, keine bereits festgelegten Kanonformen.
| Saithanisch | Bedeutung | mögliche Veyrathi-Form | mögliche Veytharisch-Form | Tendenz |
|---|---|---|---|---|
kaiveth | Messung, Metrik | kevath | keiveth | ai wird östlich geglättet, westlich oft bewahrt |
selthor | Protokollwart, Ritualaufseher | seltor | selthor | Cluster werden in Veyrathi vereinfacht |
morkein | Stoffklasse | morken | morkein | Enddiphthonge bleiben westlich eher stabil |
mnorum | Archivcorpus | menorum | mnorum | anlautendes mn- wird östlich häufig aufgelöst |
skaivor | Taxonom, Klassifikator | sekavor | skeivor | schwere Anlaute werden in Veyrathi geoeffnet |
Kurzfazit
Saithanisch soll im Projekt die Rolle einer alten, nicht-alltäglichen Bildungs- und Hochsprache einnehmen: klanglich schwerer als die veyatischen Sprachen, grammatisch nominaler und semantisch stark auf Wissen, Ordnung, Verfahren und gültige Formen ausgerichtet.