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Veyrathi - Klangkanon

Dieser Klangkanon legt fest, wie neue veyrathische Wörter klingen sollen. Er dient nicht als rein phonetische Beschreibung, sondern als praktische Bauanleitu...

Veyrathi - Klangkanon

Zweck

Dieser Klangkanon legt fest, wie neue veyrathische Wörter klingen sollen. Er dient nicht als rein phonetische Beschreibung, sondern als praktische Bauanleitung für neuen Wortschatz. Neue Lexeme sollen mit Phonologie, Morphologie und dem bestehenden Kernlexikon kompatibel sein.

1. Zielklang

Veyrathi soll weich, klar und merkbar melodisch klingen. Der Gesamteindruck ist vokalreich, flüssig und regelmässig, ohne scharfe Konsonantenhäufungen oder sichtbar irdische Lehnmuster.

Leitbild:

  • offen statt hart
  • rhythmisch statt abgehackt
  • eigenständig statt erkennbar entlehnt
  • systematisch statt willkürlich exotisch

2. Phonologischer Kern

Vokale

  • Grundvokale: a e i o u
  • Keine phonemische Längenunterscheidung
  • ey ist der stabilste geerbte Vokalkomplex; ai und ae sind möglich, aber deutlich randständiger
  • Vokale dürfen klar und voll klingen; Schwa-artige Reduktionen sind nicht kanonisch

Konsonanten

  • Kerninventar: p b t d k g m n f v s z sh zh h l r w y j th
  • sh, zh und th zählen orthographisch als einfache Laute, nicht als Cluster
  • Die y-Reihe (yava, zeya, veyra) und die j-Reihe (jana, jema, jora) bleiben im aktuellen Standard getrennt
  • Wortinitial und nach Vokalen klingt y regulär als [j]; nach Konsonanten sorgt dieselbe Reihe im Standard eher für weiche, palatalisierte Folgen wie zy- -> [ʑ-] oder ky- -> [kʲ-]

Betonung

  • Standardakzent: vorletzte Silbe
  • Neue Wörter sollen so gebaut sein, dass diese Betonung natürlich wirkt

3. Silbenprofil

Grundmuster

  • Bevorzugte Silbenstruktur: (C)V(C)
  • Bevorzugte Wortformen: CV.CV, CVC.CV, CV.CVC, CVC.CVC
  • Zwei Silben sind der Standard für neue Wurzeln
  • Drei Silben sind möglich, wenn Morphologie oder Komposition sie motiviert

Zu vermeiden

  • schwere Anfangscluster wie str-, spl-, skr-, chr-
  • dichte Binnencluster wie -lkt-, -rmpf-, -nstr-
  • häufige Endungen auf mehreren harten Konsonanten
  • sichtbar europäische Lautfolgen wie tion, ismus, log, graf, ment

Hinweis:

  • Archaische oder mythische Formen dürfen härter klingen als der Kernwortschatz, bleiben aber markierte Ausnahmen

4. Typische Klangbausteine

Neue Wörter sollen bevorzugt mit Lautfolgen gebaut werden, die im vorhandenen Lexikon bereits stark sind.

Häufige weiche Reihen

  • ve, vey, se, sey, na, ya- und ye-Reihen
  • palatalisierte Cy-Anläufe wie myr, kyl, zyr sind möglich, sollen aber weich und ohne hartes [Cj] gebaut werden
  • jor, yor, zor, nav, rav, lir, lur, thal, vel, mor
  • sha, zha, kyu, vai, sai, ret, syn, vay

Bevorzugte Wortausgänge

  • Verben: -a
  • Abstrakta/Ereignisse: -ath
  • Rollenträger: -or
  • Eigenschaftsableitungen: -i
  • häufige Nominalenden: -r, -n, -th, -l, -m

Bevorzugte Klangwirkung

  • Wechsel von sonoren und klaren Lauten: na-var, vey-ra, jo-rath
  • lieber offene Vokalbewegung als harte Stoppketten
  • lieber sh, zh, th, v, l, r, y als übermässig viele k, t, p direkt hintereinander

5. Wortklassenspezifische Regeln

Verben

  • Zitatform endet auf -a
  • Der Stamm davor sollte kurz und klar bleiben
  • Gute Muster: veyra, nava, kira, zora, duma
  • Schlechte Muster: zu lange oder sichtbar entlehnte Formen wie organisa, signala, kondensa

Nomen

  • Grundnomen sollen meist kompakt sein und gut pluralisierbar bleiben
  • Gute Muster: kavar, sulen, vethan, moran, jorath
  • Neue Nomen müssen mit -ir oder -n ohne Bruch aussprechbar sein

Adjektive

  • Adjektive bleiben bevorzugt kurz und enden oft auf -r, -n, -m oder -i
  • Gute Muster: draz, kelir, nari, lurim, zorin
  • Zu vermeiden sind lange, schwerfellige Adjektive mit sichtbarer Fremdform

6. Morphologische Kompatibilität

Ein neues Wort ist nur dann kanonisch, wenn es sich sauber in die vorhandene Wortbildung einfügt.

Jeder neue Verbstamm sollte prüfbar sein mit:

  • -ath für Ereignis oder Abstraktum
  • -or für Agens oder Rolle
  • Präfigierung bei Bedarf

Beispiel:

  • zhera -> zherath, zheror
  • keva -> kevath, kevor, vaekeva

Jeder neue Nomenstamm sollte prüfbar sein mit:

  • -i für adjektivische Ableitung
  • Komposition als linker oder rechter Bestandteil

Beispiel:

  • kevar -> kevari
  • jorath -> enar-jorath

7. Orthographische Leitlinien

  • Schreibe Wörter so, dass die Grundsilben erkennbar bleiben
  • Vermeide stille Buchstaben und dekorative Sonderzeichen
  • ae ist vor allem an morphologischen Fugen sinnvoll, etwa in vae-
  • Apostroph und graphische Trennzeichen nur dort, wo der Kanon sie bereits funktional braucht, nicht zur Zierde
  • Komposita bleiben rechtsköpfig und sollen nicht unnötig überladen werden

8. Registerregeln

Alltag und Kernwortschatz

  • kurz
  • weich
  • leicht sprechbar
  • meist ein- bis zweisilbig

Verwaltung und Fachsprache

  • native Komposition statt Fremdlehnwort
  • transparente Binnenstruktur
  • kein pseudo-lateinischer oder pseudo-griechischer Eindruck

Mythos und Archaisches

  • darf älter, dunkler und härter klingen
  • seltene Cluster oder schwere Formen nur hier und nur sparsam
  • archaische Form darf nicht den Alltagston des Kernwortschatzes dominieren

9. Verbindliche Negativregeln

Neue Wörter sind nicht kanonisch, wenn sie:

  • direkt an Deutsch, Englisch, Latein oder Griechisch erinnern
  • bekannte irdische Fachsuffixe oder Wortkörper fast unverändert übernehmen
  • für denselben Bedeutungsraum härter und länger sind als eine native Komposition
  • mit Partikeln oder zentralen Funktionswörtern kollidieren (no, sa, han, kei, ka)
  • nur exotisch wirken sollen, aber keine interne Ableitbarkeit besitzen

10. Schnelltest für neue Lexeme

Ein neues Wort ist veyrathisch genug, wenn es alle oder fast alle dieser Fragen besteht:

  1. Klingt es in zwei bis drei Silben flüssig?
  2. Passt die Betonung natürlich auf die vorletzte Silbe?
  3. Wirkt es nicht wie ein leicht verformtes irdisches Wort?
  4. Lohnt sich die Form auch mit -ath, -or oder -i?
  5. Lässt es sich in einem Satz neben veyra, seyra, kavar, jorath, thavar hören, ohne herauszufallen?

11. Referenzbeispiele

Gut veyrathisch

  • veyra
  • jorath
  • moran
  • zhera
  • duma
  • kelir
  • raviren

Nur mit Vorsicht

  • sehr harte Cluster
  • auffällig viele gestapelte Stopps
  • Formen mit sichtbar irdischem Fachwortkern
  • überlange Bildungen ohne klare Stammgrenze

12. Arbeitsregel für künftige Erweiterungen

Wenn für einen neuen Begriff mehrere Formen möglich sind, gilt:

  • erst native Wurzel prüfen
  • dann native Komposition prüfen
  • dann native Ableitung prüfen
  • erst ganz zuletzt eine markierte Fremdnähe zulassen, und nur wenn sie weltintern begründet ist

Der Veyrathi-Klang lebt nicht von maximaler Fremdheit, sondern von kontrollierter Regelmässigkeit, klaren Lautmustern und wiedererkennbaren Wortfamilien.

In diesem Abschnitt

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