Saithanisch - Phonologie
Profil
- Vokale: /a e i o u/ mit phonologischer Längenunterscheidung
- Lange Vokale werden orthographisch durch Doppelung markiert:
aa ee ii oo uu - Produktive Diphthonge: /ai au ei oa/
- Marginaler Prestigediphthong:
aein wenigen alten Lehr- und Titelwörtern - Konsonanten: /p b t d k g m n f v s z sh th kh h l r/
- Silbenstruktur:
(C)(C)V(V)(C)(C) - Betonung: schwere Penultima; sonst erste Silbe
- Klangcharakter: dicht, gravitätisch, geschlossen, deutlich codaorientiert
Vokalinventar
| Kurz | Lang | Bemerkung |
|---|---|---|
a | aa | häufig in Grundwörtern und Kodexformen |
e | ee | oft in Ableitungen auf -eth |
i | ii | häufig in Adjektiven auf -in |
o | oo | oft in Institutionstermen |
u | uu | vor allem in System- und Korpusnomen |
Diphthonge
| Diphthong | Typische Wirkung | Beispiele |
|---|---|---|
ai | gelehrt, markiert, häufig in Disziplinnamen | saith, kaiveth, skaivor |
au | schwer, formell, oft in Rollen und Institutionen | drauketh, vaur, mnorvaur |
ei | klassifikatorisch, taxonomisch | morkein, eirneth |
oa | archaisch und ritualnah | thoar, skoarth (stilistische Musterformen) |
ae | alter Prestigezug in Titeln und Prinzipienlexik | thael, thaelor |
Konsonanteninventar
| Labial | Dental/Alveolar | Velar | Laryngal | Sonoranten |
|---|---|---|---|---|
p b f v m | t d s z th n l r | k g kh | h sh | m n l r |
Hinweise:
thsteht für einen markanten dentalen Reibelaut.khist ein rauer velarer Reibelaut.shist selten wortfinal, aber häufig in gelehrten Komposita.rbleibt in der Regel deutlich erhalten und wird nicht vokalisiert.
Typische Silbenstruktur
- Einsilbige Grundformen sind häufig:
saith,keth,mnor. - Zweisilbige Formen sind der Standard für Fachwörter:
morketh,selthum,kaivor. - Dreisilbige Formen entstehen vor allem durch Ableitung und Komposition:
iskareth,iskarketh,kethselthum. - Wortfinale Konsonanten sind normal und stilistisch sogar bevorzugt.
Zulässige Cluster
Anlaut
sk-,st-,sp-vr-,kr-,gr-mn-,thr-,khl-
Inlaut
-kt-,-ld-,-rv--sk-,-thm-,-rth--mn-,-vk-,-rk-
Auslaut
-th,-k,-r,-n,-m,-s-ld,-rv,-sk,-rth
Phonotaktische Regeln
- Offene Endsilben sind möglich, aber in Kernlexemen deutlich seltener als in den veyatischen Sprachen.
- Hiatus wird vermieden; bei Komposition erscheint oft ein stummes oder schwach gesprochenes Bindungs-
e. - Drei volle Konsonanten im Anlaut gelten als untypisch; komplexe Dreifachfolgen entstehen fast nur an Kompositionsgrenzen.
- Lange Vokale stehen bevorzugt in betonten Silben und selten ganz wortfinal.
- Diphthonge tragen fast immer den Silbenkern und ziehen den Hauptakzent an.
Prosodie
- In Definitionen und Rechtsformeln ist der Rhythmus langsam und blockhaft.
- Satzschluss wird oft hart auf dem finalen Konsonanten geschlossen.
- Ritualrezitationen dehnen lange Vokale und Diphthonge, ohne die Grundsilbenstruktur aufzuweichen.
Beispielwörter
| Wort | Struktur | Bemerkung |
|---|---|---|
saith | CVVC | prototypisches Grundwort mit Diphthong und Finalkonsonant |
thaelor | CVV.CVC | typischer Prestigetitel mit marginalem ae |
morketh | CVC.CVC | schweres zweisilbiges Fachwort |
kaivor | CVV.CVC | rollenableitende Form |
selthum | CVC.CCVC | dichter Mittelblock mit lth |
norvain | CVC.CVVC | kausale Ableitung mit Enddiphthong |
iskareth | VC.CV.CVC | definitorische Lehrform |
mnorvaur | CCVC.CVVC | institutionelles Kompositum mit schwerem Anlaut |
kethselthum | CVC.CVC.CCVC | gelerntes Kompositum mit bewahrten Binnenclustern |